| Umfrageergebnis anzeigen: Welche Stadt ist die ödeste Stadt Deutschlands? | |||
| Frankfurt am Main |
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1 | 2,86% |
| Stuttgart |
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1 | 2,86% |
| Dortmund |
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2 | 5,71% |
| Witten |
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2 | 5,71% |
| Castrop-Rauxel |
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8 | 22,86% |
| Bottrop |
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2 | 5,71% |
| Herne |
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1 | 2,86% |
| Bochum |
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3 | 8,57% |
| Essen |
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1 | 2,86% |
| Mühlheim |
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0 | 0% |
| Duisburg |
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2 | 5,71% |
| Oberhausen |
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0 | 0% |
| Krefeld |
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0 | 0% |
| Gelsenkirchen |
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2 | 5,71% |
| Moers |
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1 | 2,86% |
| Hannover |
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9 | 25,71% |
| Teilnehmer: 35. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen | |||
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Themen-Optionen | Thema bewerten | Ansicht |
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#11
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Für mich braucht eine Stadt:
1. Reichhaltiges Kulturleben auf Weltniveau, das heißt Konzerte, Oper, Theater, große Ausstellungen und Spektakel à la francaise. 2. Ausreichend gute Restaurants, Kneipen, usw. jeglicher Art, wovon rund um die Uhr ausreichend geöffnet sein müssen! 3. Leistungsfähige, schienenbasierte Transportsysteme. (Schaukelnde Quetschbusse sind unter meiner Würde.) 4. Einwohnerzahl nicht unter 1 Million um dem Provinzialismus entgegenzuwirken. 5. Ausreichende Grundversorgung (Bäder, Bibliotheken, Kaufhäuser, Supermärkte, Geschäfte aller Art, usw.) versteht sich von selbst! Stuttgart ist vom Klima her sehr öde...sowohl menschlich wie auch real...es liegt sehr ungünstig in einer Senke...außerdem ist da absolut nichts los und der Hund begraben. Außer in der Oper. Aber auch München hat eine sehr gute Oper und sehr gute Opernfestspiele. Außerdem ein Theater, das zu den ersten Häusern zählt. (Immerhin eins.) Außerdem ist es eine Stadt der Kunst, sowohl was Architektur, als auch was Museen betrifft. (Pinakotheken!) Es ist eine Stadt der Geschichte. Außerdem ist die Lebensqualität hoch. Damit meine ich Biergärten, Feste, Märkte und generell bayrische Lebensart und Liberalitas! Wenn Gott einen Teil Deutschlands als Himmel requirieren wollte, dann fiele seine Wahl gewiß auf München. Um das alles richtig zu verstehen, mußt du das bei Th. Mann nachlesen: München leuchtete. Über den festlichen Plätzen und weißen Säulentempelchen, den antikisierenden Monumenten und Barockkirchen, den springenden Brunnen, Palästen und Gartenanlagen der Residenz spannte sich strahlend ein Himmel von blauer Seide, und ihre breiten und lichten, umgrünten und wohlberechneten Perspektiven lagen in dem Sonnendunst eines ersten, schönen Junitages. Vogelgeschwätz und heimlicher Jubel über allen Gassen...Und auf Plätzen und Zeilen rollt, wallt und summt das unüberstürzte und amüsante Treiben der schönen und gemächlichen Stadt. Reisende aller Nationen kutschieren in den kleinen, langsamen Droschken umher, indem sie rechts und links in wahlloser Neugier an den Wänden der Häuser hinaufschauen, und steigen die Freitreppen der Museen hinan... Viele fenster stehen geöffnet, und aus vielen klingt Musik auf die Straßen hinaus. Übungen auf dem klavier, der Geige, oder dem Violoncello, redliche und wohlgemeinte dilletantische Bemühungen. Im "Odeon" aber wird, wie man vernimmt, ernstlich studiert. Junge Leute, die das Nothung-Motiv pfeifen und abends die Hintergründe des modernen Schauspielhauses füllen, wandern, literarische Zeitschriften in den Seitentaschen ihrer Jacketts, in der Universität und der Staatsbibliothek aus und ein. Vor der Akademie der bildenden Künste, die ihre weißen Arme zwischen der Türkenstraße und dem Siegestor ausbreitet, hält eine Hofkarosse. Und auf der Höhe der Rampe stehen, sitzen und lagern in farbigen Gruppen die Modelle, pittoresken Greise, Kinder und Frauen in der Tracht der Albaner Berge. Lässigkeit und hastloses Schlendern in all den langen Straßenzügen des Nordesn...Man ist von erwerbsgier nicht gerade gehetzt und verzehrt dortselbst, sondern lebt angenehmen Zwecken. Junge Künstler, runde Hütchen auf den Hinterköpfen, mit lockeren Krawatten und ohne Stock, unbesorgte Gesellen, die ihren Mietzins mit Farbenskizzen bezahlen, gehen spazieren, um diesen blauen Vormittag auf ihre Stimmung wirken zu lassen, und sehen den kleinen Mädchen nach, diesem hübschen, untersetzten Typus mit den brünetten Haarbandeaus, den etwas zu großen Füßen und den unbedenklichen Sitten... Jedes fünfte Haus läßt Atelierfensterscheiben in der Sonne blinken. Manchmal tritt ein Kunstbau aus der Reihe der bürgerlichen hervor, das Werk eines phantasievollen jungen Architekten, breit und flachbogig. mit bizarrer Ornamentik, voller Witz und Stil. Und plötzlich ist da irgednwo die Tür an einer allzu langen Fassade von einer kecken Improvisation umrahmt, von fließenden Linien und sonnigen Farben, Bacchanten, Nixen, rosigen Nacktheiten... Es ist stets aufs neue ergötzlich, vor den Auslagen der Kunstschreinerein und der BAsare für moderne Luxusartikel zu verweilen. Wieviel phantasievoller Komfort, wiviel linearer Humor in der Gestalt aller Dinge. Über all sind die kleinen Skulptur-, Rahmen- und Antiquitätenhandlungen verstreut, aus deren Schaufenstern dir die Büsten der flroentinischen Quatrrocento-Frauen voll einer edlen Pikanterie entgegenschauen. Und der Besitzer des kleinsten und billigsten dieser Läden spricht dir von Donatello und Mino da Fiesole, als habe er persönlich das Vervielfältigungsrecht von ihnen persönlich empfangen. Aus Gladius Dei. Besonders das mit dem heimlichen Jubel ist gut getroffen... Geändert von Moltke (29-04-2006 um 23:27 Uhr). |